„Ein starkes Bindeglied für die Landwirtschaft in Wien sein“

04.10.2017 | Aktuelles

Die Spitzenkandidatin des Wiener Bauernbundes spricht sich im Bauernzeitungs-Interview für einen neuen Zugang zu den Menschen, zur Landwirtschaft und auch zur Politik aus – und wo sie von Sebastian Kurz lernen möchte.

BZ:  Frau Wolff, Sie sind eine politische Quereinsteigerin. Was veranlasst eine Winzerin und Studentin, für den Nationalrat zu kandidieren?

Elisabeth Wolff: Ich habe mir diesen Schritt lange überlegt und dabei sehr viel mit meiner Familie und meinen Freunden gesprochen. Das war mir sehr wichtig und am Ende war das auch entscheidend: alle haben mich unterstützt und mir zugesprochen. Politik ist wieder spannend geworden und vor allem diskutieren in meinem Umfeld sehr viele Menschen darüber, wie es weitergehen soll. Ich will meine Ziele in die politische Diskussion einbringen und suche das Gespräch zu all jenen, die dafür offen sind.

 

BZ: Sie sprechen von Zielen. Was meinen Sie genau, wofür wollen Sie sich einsetzen?

EW: In der Politik tut sich sehr viel. Es gibt sehr viel, was wir in unserem direkten Umfeld verändern können. Ich komme aus einem Weinbaubetrieb in Neustift, deshalb ist mir die Landwirtschaft in Wien sehr wichtig. Ohne die Landwirtschaft und den Weinbau hätte zum Beispiel meine Familie nicht das aufbauen können, was wir heute haben: einen funktionierenden Betrieb. Darauf bin ich auch sehr stolz. Es gibt sehr viele Familien in Wien die ihr Leben auf der Landwirtschaft in Wien aufbauen, das ist nicht selbstverständlich, da muss man etwas tun. Unter anderem deshalb studiere ich seit 2014 auf der Universität für Bodenkultur Weinbau, Önologie und Weinwirtschaft.

 

BZ: Das heißt, Sie Sie rücken die Landwirtschaft in den Mittelpunkt Ihrer politischen Arbeit?

EW: Ich komme aus dem Weinbau und ich interessiere mich natürlich sehr dafür, was sich in Wien tut. Ich bin auch stolz darauf, dass wir in Wien eine solche Landwirtschaft haben. Damit meine ich nicht nur den Wein, sondern alle Produkte, vom Ackerbau über das frische Gemüse bis hin zu Obst und Blumen. Ich möchte hier als Kandidatin ein Bindeglied sein und freue mich sehr darüber, mit dem Bauernbund für unsere Landwirtschaft in Wien zu arbeiten. Und ich denke da auch an die vielen Bereiche, wo die Landwirtschaft politisch gefragt ist. Wir sind die ersten Vorreiter des ‚Urban Gardening‘, wir kümmern uns aktiv um die Umwelt und wir schaffen Arbeitsplätze in den Betrieben.

 

BZ: Was reizt Sie an der Politik, warum gerade jetzt?

EW: Ich habe immer wieder von Verdrossenheit oder Unzufriedenheit gehört, wenn es um Politik geht. In meinem Freundeskreis ist es aber ganz anders. Wenn ich mit meinen Studienkollegen, mit Freunden, Familie und auch mit Menschen bei uns im Heurigen spreche, ist das Interesse groß, wie es weitergeht in Österreich. Ich erlebe viel Veränderung, immer wieder sehe ich, wie die Dinge sich schnell bewegen. Das ist nicht nur etwas was sich in den Zeitungen abspielt, das betrifft uns alle. Und ich habe den Eindruck, es braucht uns alle, jetzt mitzugestalten.

 

BZ: Gibt es da auch ein konkretes Vorbild, an dem Sie sich orientieren möchten?

EW: Es gibt viele Leute, deren Arbeit und Einsatz für mich Vorbild sind. Das fängt in der Familie an, ist im Wiener Bauernbund so, das ist aber auch in der Politik so. Besonders spannend sind junge Menschen, die schon früh viel geleistet haben, wie zum Beispiel Sebastian Kurz. Von ihm nehme ich mit, dass es sich lohnt, für die Dinge, die einem wichtig sind, zu kämpfen und auch mal mit Gegenwind zu tun zu haben. Aber sich nicht abbringen zu lassen, schon gar nicht, weil man jung ist.

 

BZ: Was haben Sie sich für die kommenden Monate vorgenommen?

EW: Es liegen spannende Monate vor uns (lacht). Ich habe mir vorgenommen, viel von dieser Kraft, die mir die Menschen auf dem Weg der Entscheidung für meine Kandidatur mitgegeben haben, umzusetzen. Ich möchte das Gespräch suchen, bewusst auch Partner gewinnen – für die Wiener Landwirtschaft und für Wien. Ich glaube, wir können viel mehr bewegen, als uns bewusst ist. Ich bin noch am Anfang einer spannenden politischen Zeit.  Ich freue mich aber schon darauf und die vielen Begegnungen und lade alle ein, mit mir etwas zu verändern.

 

BZ: Vielen Dank für das Gespräch!

Foto: Elisabeth Wolff mit Bundesminister Andrä Rupprechter, Fotocredits: Wiener Bauernbund, Paul Unterhuber