Landwirtschaftsbericht: Wertschöpfung und Bioanteil steigen in Wien

01.02.2018 | Nachrichten

Bericht zu 2017 wurde im Jänner 2018 im Landtag debattiert - Zukunftsfähige Stadtlandwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen: Windisch hebt die Energiefrage in Simmering und die Bevorzugung Wiener Produktion für Wiener Großküchen hervor

Die Wiener Betriebe wirtschaften immer häufiger biologisch und erwirtschaften gemeinsam im Jahresvergleich immer mehr: zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt der Jahres-Landwirtschaftsbericht der LK Wien, der im Wiener Landtag formell diskutiert wurde. Die 650 Wiener Betriebe haben im Jahr 2016 trotz widriger Witterungsverhältnisse und einer anhaltend schwierigen Marktlage eine Bruttowertschöpfung von 82,8 Mio. Euro (+6% gegenüber dem Jahr davor) erwirtschaftet. Gleichzeitig wird die Ökologisierung der urbanen Landwirtschaft forciert, mit äußerst positiven Effekten: So zählt Wien mit 27% Biofläche zu den führenden Bundesländern, eine Umstellungsförderung der Stadtregierung dürfte diesen Prozentsatz weiter steigern. Auch sonst wird dem Umweltschutz breiter Raum eingeräumt: Auf rund 4.500 ha werden Maßnahmen des Österreichischen Agrar- und Umweltprogramms (ÖPUL) umgesetzt, seit 2014 wurden um 1.000 ha mehr Ackerfläche für den „Vorbeugenden Boden- und Gewässerschutz“ verpflichtet, im Weinbau beträgt das Flächenplus beim „Erosionsschutz“ 30% und auf immer mehr Rebflächen wird auf den Pflanzenschutzmitteleinsatz verzichtet.  

LK Wien mit Beratung – Qualität für Konsumenten

„Die Wiener Betriebe versorgen die Bevölkerung mit besten Produkten höchster Produktionsstandards“, so der Obmann des Wiener Bauernbundes, Präsident ÖkR Ing. Franz Windisch. „Wenn man eine Stadtlandwirtschaft mit Entwicklungspotenzial in Wien haben will, braucht es dafür aber auch die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Darum ist es auch wichtig, dass zum Beispiel die Energiefrage für den Gartenbau in Simmering rasch geklärt wird.“ Windisch sieht darin eine wesentliche Frage für den Standort Wien und die Zukunft des Gartenbaus: „Ich kämpfe für eine regionale Landwirtschaft – und dazu zählt der Gartenbau in Wien und die Versorgung mit Energie!“ Die LK Wien unterstützt aber nicht nur in dieser Frage die Betriebe in Simmering, sondern schafft auch ein breites Angebot an Beratungsleistungen, auf die die Betriebe zurückgreifen können: „Die Vielfalt der Produktionssparten benötigt eine hohe Sachkenntnis – hier versuchen wir, den Betrieben Unterstützung zu bieten“, so Windisch.  

Umsetzung des Bestbieterprinzips und der Herkunftskennzeichnung gefordert

„Im Sinne der Verbraucher, für die Regionalität neben Qualität einen immer höheren Stellenwert beim Lebensmitteleinkauf einnimmt, appellieren wir an die öffentlichen Stellen in ihren Gemeinschaftseinrichtungen mit Kantinen bei der Beschaffung das Bestbieterprinzip mit den sicheren, hohen Qualitätsstandards der lokalen bäuerlichen Lebensmittel zu berücksichtigen“, so Windisch weiter. Er verweist dabei auf Niederösterreich, wo bislang bereits in den Landeskliniken die wertvollen heimischen Produkte gegenüber billigen Waren bevorzugt wurden.  

Bericht ist online abrufbar

Der „Wiener Landwirtschaftsbericht 2017“ ist eine informative Lektüre, die auf Basis statistischer Daten die Entwicklung der Branche in den Jahren 2015 und 2016 darstellt. Er ist auf der Homepage unter https://wien.lko.at/wiener-landwirtschaftsberichte+2500++2090042  im Bereich Publikationen veröffentlicht und zum kostenlosen Download bereitgestellt.

Foto: Blick über Wien – die Stadtlandwirtschaft ist nah am Konsumenten dran Fotocredits: DI Paul Unterhuber, Wiener Bauernbund