Landesbauernrat 2018: Herkunft bei Lebensmitteln stärken

26.11.2018 | Nachrichten

Wiener Bauernbund sieht bei Ökologisierung Risiken für Wettbewerb – Risiken für die Produzenten abwehren und Standort sichern – Bodenschutz und Nahversorgung gerade in der Stadt im Mittelpunkt

Neben dem Schutz des Bodens stand die politische Aufstellung in Wien im Mittelpunkt des Landesbauernrates des Wiener Bauernbundes: Festredner Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung Österreichs, machte auf die vielfachen Probleme durch Versiegelung und Verbauung aufmerksam. Bundesminister Landesparteiobmann Mag. Gernot Blümel unterstrich die Wichtigkeit des Bauernbundes und der Landwirtschaft in Wien: „Die Leistungen der Stadtlandwirtschaft werden vom Land Wien zu wenig gewürdigt“, so Blümel. Der Präsident des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV), wo der Landesbauernrat stattfand, DI Wernher Hofmann, stellte das Bundesamt in seinen vielfältigen Aufgabenbereichen vor: „Das BEV ist verantwortlich für die Messungen und Zulassungen der Eichungen und der Messinstrumente. Die Kartographie ist wesentlich als Grundlage für die Karten – auch in die Landwirtschaft, das Katastersystem ist eine wichtige Errungenschaft in Österreich – bei anderen Staaten wird deutlich, wenn deren ungenaue Quellen für Grundstücke und Grenzen sichtbar werden.“

Windisch: Dynamische Kraft ist der Bauernbund
Der Obmann des Wiener Bauernbundes, Präs. ÖkR Ing. Franz Windisch, hob in seiner Rede die Erfolge und Herausforderungen der politischen Arbeit in Wien hervor: „Der Bauernbund steht mit den Kammerwahlen 2018 für ein junges und kraftvolles Team, das sich den vielfältigen Herausforderungen in Wien mit ganzer Entschlossenheit zuwendet.“ Windisch nannte mehrere Themenbereiche, die derzeit die volle Aufmerksamkeit der Wiener und der gesamten Landwirtschaftspolitik Österreichs bedürfen: Die GAP mit drohenden Kürzungen in der 2. Säule, die besonders für Österreich wichtig ist, die vielfältigen Herausforderungen in Europa – von Brexit bis zur Flüchtlingsproblematik -, die neue Lage in Wien seit dem Wechsel an der Spitze der Stadtregierung zu einem neuen Bürgermeister. Ganz besonders hob Windisch die Fragen der Ökologisierung hervor: „Wenn der Konsument biologisch produzierte Ware will, dann können wir in Österreich diesen Bedarf gerne decken. Was nicht geht, ist eine Verzerrung der Wettbewerbsbedingungen durch verpflichtende Maßnahmen. Die Landwirtschaftskammer sieht sich einer Vielzahl von Gruppierungen gegenüber, die einen stetig wachsenden Druck auf die Produzenten ausüben. Das darf es nicht sein, wir lassen uns nicht unsere die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen vorschreiben!“

Walter: „Wiener Bauernbund bedeutet Zusammenhalt“
Bauernbunddirektor und Vzpräs. Norbert Walter dankte den Funktionärinnen und Funktionären des Wiener Bauernbundes für die enge und starke Zusammenarbeit in diesem zurückliegenden Jahr: „Die Mobilisierung bei der Kammerwahl, das Erntedankfest und zahlreiche weitere Veranstaltungen und Feste haben in besonderer Weise die Organisationskraft hervorgehoben. Der Wiener Bauernbund steht für dieses starke Engagement und ist wie eine Familie aufgestellt. Bewahren wir das auch für die Zukunft.“ Windisch und Walter hoben auch die zahlreichen Schwierigkeiten in der Wiener Landwirtschaft hervor, die durch diesen Sommer, die Dürre und Hitze und damit verbundenen Ernteausfälle entstanden sind.

Weinberger: Boden als wichtige Ressource verankern
Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung, hielt den Festvortrag des Landesbauernrates. Er rückte die Frage der Bodenversiegelung in den Mittelpunkt: „Heute werden 13 Hektar pro Tag verbaut, vor wenigen Jahren waren es noch 22 Hektar. In Wien wurden in den vergangenen 20 Jahren 1200 Hektar verbaut. Österreich ist führend bei der Pro-Kopf-Fläche von Supermärkten und bei der Länge von Straßen.“ Weinberger sieht grobe Fehlentwicklungen in der Raumplanung, regt zum Nachdenken an: „Wir riskieren unsere Landschaft, unsere Zukunft. Lassen wir das nicht zu“, so der Generaldirektor. Sein Appell gipfelte in dem Zitat des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Roosevelt: „Ein Land, das seine Böden zerstört, zerstört sich auf lange Sicht selbst“