Landwirtschaft braucht sichere Versorgung mit Arbeitskräften

07.02.2019 | Nachrichten

Saisonniers und Arbeitskräfte für heimische Landwirtschaft wesentlich – Windisch führt Gespräche auf allen Ebenen

„Die Wiener Landwirtschaft braucht gesicherte Möglichkeiten von Saisonniers und Arbeitskräften“, so der Obmann des Wiener Bauernbundes, Präsident ÖkR Ing. Franz Windisch. Der Bauernbund-Obmann bekräftigte die Forderung des Wiener Bauernbundes bei mehreren Gelegenheiten, dass es für die Stadtlandwirtschaft von „immanenter Wichtigkeit“ ist, ausreichende Saisonnierkontingente zur Verfügung zu haben. Dem verlieh Windisch bei Spitzentreffen mit Mitgliedern der Bundesregierung jüngst Nachdruck.
Veränderte Lage in der Landwirtschaft erfordert mehr Arbeitskraft
Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert: zu den erhöhten Aufwänden im Rahmen der Biologisierung und der deutlich verkürzten Erntezeiten aufgrund der Witterungsverhältnisse 2018 kommt eine zunehmend schwierige Situation, Saisonarbeitskräfte zu verpflichten: „Arbeitssuchende Saisonniers finden in den verschiedenen Ländern innerhalb der EU ganz unterschiedliche Systeme der Sozialabgaben vor. Die Landwirtschaft in Wien und Österreich gerät ins Hintertreffen, in anderen Ländern können die Arbeitskräfte aufgrund geringerer Sozialabgaben mehr Nettolohn lukrieren, zugleich müssen die Arbeitgeber mehr bezahlen als im Vergleich. Hier geht es um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft“, so Windisch. Die Regierung sieht zudem vor, dass vor Erteilung von Bewilligungen alle Möglichkeiten auszuschöpfen sind, um die zu besetzende Saison-/Erntehelferstelle vorrangig mit Arbeit suchend vorgemerkten inländischen und (integrierten) ausländischen Arbeitskräften, einschließlich Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten, mit registrierten Stammsaisoniers sowie mit freizügigkeitsberechtigten EWR-Bürgerinnen und -Bürgern zu besetzen. „Hier muss es Lösungen von Seiten der Arbeits- und Sozialministerin Hartinger-Klein geben, die es den Betrieben ermöglichen, schnell und flexibel Arbeitskräfte zu lukrieren“, fordert Windisch.
50 Saisonarbeitskräfte für 2019 bewilligt
Seit 1. Jänner 2019 dürfen vom AMS Beschäftigungsbewilligungen für Saisonarbeitskräfte (max. Geltungsdauer bis zu 6 Monaten) erteilt werden. Bei „Stammarbeitskräften“ (das bedeutet eine Beschäftigung in den letzten drei Jahren in der Land- und Forstwirtschaft) bis zu 9 Monaten. Wie bereits in den letzten Jahren sind weitere Reduzierungen der Kontingente vom zuständigen Ministerium vorgesehen. Für Wien wurde ein Kontingent in der Höhe von 50 Plätzen festgelegt. Für die kurzfristige Beschäftigung von ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfern (max. Beschäftigungsdauer 6 Wochen) wurden 10 Kontingentplätze (ab 1. März 2019) bewilligt.

Franz Windisch im Gespräch mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Arbeitsministerin Beate Hartinger-Klein Fotocredits: AMS Wien, Mag. Manfred Lipner-Zügler